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Im Sinne der Leitsätze unserer Gründer

Chefredakteur Uwe Ralf Heer blickt zurück und nach vorne – Glaubwürdiger Journalismus ist heute so wichtig wie vor 75 Jahren

Liebe Leserinnen und Leser

die Welt vor 75 Jahren: Die meisten von uns kennen diese Zeit lediglich noch aus Erzählungen. Dabei sind die Bilder und Eindrücke von damals heute kaum mehr vorstellbar. Materiell wie mental liegt Deutschland in Trümmern. In Heilbronn entsteht nach der Entscheidung der US-Militärbehörde eine freie und unabhängige Presse. Im März 1946 erhalten die Gründerväter Paul H. Distelbarth und Hermann Schwerdtfeger von der US-Militärregierung bei einem Festakt im Heilbronner Schießhaus die Lizenz zur Herausgabe der Heilbronner Stimme. Es ist der Beginn der Vision von einer dauerhaften Demokratie.

Freie Presse, Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt – unverzichtbare Bestandteile der Demokratie – mussten nach zwölf Jahren Diktatur seinerzeit erst einmal errungen werden. Dass sie heute für uns ganz selbstverständlich sind, dazu haben Zeitungen wie die Heilbronner Stimme maßgeblich beigetragen. Kurz nach der Stunde Null erheben die Zeitungsmacher im Nachkriegsdeutschland ihre journalistischen Stimmen. Ein weiterer Meilenstein nach der ersten Ausgabe vom 28. März 1946 folgt noch im selben Jahr. Denn bereits Ende 1946 erscheint erstmals der Lokalteil Hohenloher Nachrichten, im Januar 1947 wird daraus die heutige Hohenloher Zeitung. Aus einst bescheidenen Anfängen heraus erwächst in den vergangenen 75 Jahren ein modernes Medienunternehmen mit unterschiedlichsten Geschäftsfeldern.

Wie visionär all unsere Vorgänger waren, das ist bis heute beeindruckend. Vieles, was einst technologisch angeschoben wurde, und die publizistischen Grundsätze, die erarbeitet wurden, haben heute noch Gewicht. Bei all dem Wandel und all den Veränderungen, die heutzutage mit einer extrem hoher Schlagzahl erfolgen, ist sich das Medienunternehmen Heilbronner Stimme in all den Jahrzehnten treu geblieben und sorgt damit für eine Verlässlichkeit, die entscheidend für unser Handeln ist. Der Inhalt des ersten Leitartikels, mit dem die Zeitung im Jahr 1946 erschien, gilt daher bis heute: Wahrheitsliebe, Wesentliches von Unwesentlichem trennen, unterrichten, bilden, anregen, eine journalistische Auswahl treffen. Wahrheit statt Propaganda.

Digital und gedruckt

Der Wandel im Lesernutzungsverhalten sowie die demografische Entwicklung treffen seit Jahren die gesamte Medienbranche, dennoch liegt die Auflage der Stimme heute bei rund 75  000 Exemplaren. Nimmt man die gedruckte Auflage und das Onlineangebot zusammen, erreichen wir täglich rund 329 000 Menschen in der Region. Die Tageszeitung ist und bleibt auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte das Flaggschiff des Medienunternehmens. Unsere Aufgabe ist es, den Wandel mitzugehen. So haben wir neben der gedruckten Nachricht die passenden digitalen Produkte in unserem Portfolio, die zudem stetig optimiert und ausgebaut werden. Vor allem mit Stimme.de Premium bieten wir unseren Usern online topaktuelle und exklusive Inhalte. Aber egal ob gedruckt oder digital: Die Redaktion ordnet ein, sortiert, kommentiert. Schnell, aktuell, lokal – der Journalismus der zwei Geschwindigkeiten bietet dafür alle Möglichkeiten: Quasi in Echtzeit im Netz auf stimme.de, ausführlich erklärend und grafisch aufbereitet in der gedruckten Ausgabe.

Das Wichtigste dabei: In der Flut von Internetseiten, Blogs und sozialen Netzwerken stehen wir als Medienunternehmen für professionellen Journalismus. Wir geben den Menschen Orientierung. Unsere Leserinnen und Leser kennen und schätzen den Unterschied zwischen scheinbarer und tatsächlich verlässlicher Information. Hinter dieser Qualität stehen jeden Tag mehr als 100 Mitarbeiter in der Redaktion und mehr als 600 Angestellte im gesamten Medienunternehmen. Wir sind ganz nah dran am Geschehen – überall in der Region. Wir schauen kritisch hin und decken Missstände auf. Denn nur die Tageszeitung vor Ort gewährleistet die regionale Wächterfunktion.

Innovation und qualität

Es gilt mehr denn je, gerade in Zeiten von Fake News und schier unendlich großen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung, ein Ausrufezeichen in der Medienflut zu setzen. Dem Hang zur Quantität und Oberflächlichkeit setzen wir Entschleunigung und vor allem inhaltliche Qualität gegenüber. Das gilt neben dem Herzstück unserer Zeitung, dem Regionalen, auch für exklusive und inhaltsstarke Geschichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Freizeit und Sport.

Gerade in der herausfordernden Corona-Zeit haben wir eine Renaissance des glaubwürdigen Journalismus erlebt. Viele Menschen sind wieder zu unseren vielfältigen journalistischen Angeboten zurückgekehrt oder neu hinzugekommen. Diesen Weg des Qualitätsjournalismus werden wir unbeirrt weiter beschreiten. Wichtig ist dabei, dass die Heilbronner Stimme nicht nacherzählt, sondern erklärt und einordnet. Qualität, Exklusivität, Aktualität, Regionalität und Sublokalität – diese fünf Vorzüge stärken wir weiter. Nicht nur in der Tageszeitung, sondern auch bei unseren digitalen Angeboten. Wer wissen will, was in der Region passiert, erfährt es von der Stimme. Das steht im Kern unseres Handelns. „Dem Heute einen Schritt voraus“ ist daher nicht zufällig gewählt als einer der Leitsätze unserer neuen Unternehmensvision.

Dabei ist die Heilbronner Stimme immer auch ihrer sozialen Verantwortung gerecht geworden. Nicht nur, aber vor allem mit unserer Hilfsaktion Menschen in Not. Wir sind und bleiben Partner für die Region – und das für alle und in allen Lebenslagen.

Vieles verändert sich, unsere Grundwerte aber haben Bestand. Unser vorrangiges Ziel dabei bleibt, Ihnen gehaltvolle und unterhaltende Produkte zu liefern. Mit der Heilbronner Stimme sind Sie jederzeit gut informiert. Gestern, heute, morgen. Gedruckt und digital. Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Treue.

Ihr Uwe Ralf Heer

Chefredakteur