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Geboren am Stimme-Geburtstag

Elisabeth Mohacsi ist am 28. März 1946 geboren und treue Zeitungsleserin – Sie wurde von der Stimme zum Ehrentag beschenkt

Von Christoph Kraft

Der Artikel kann klein bleiben“, sagt Elisabeth Mohacsi, als sie erfährt, dass ihr ein Artikel im Sonderheft des Stimme-Jubiläums gewidmet ist. Schon vorab bekam sie vom Heilbronner Medienunternehmen einen Berliner und einen Blumenstrauß als kleine Aufmerksamkeit zu ihrem Ehrentag geschenkt.

Begonnen hat alles mit einem Leseraufruf. Die Stockheimerin hat sich per E-Mail auf den Aufruf gemeldet und beschrieben, was sie mit der Stimme verbindet. Seit sie als Sechsjährige lesen lernte, spielte die Zeitung eine wichtige Rolle in ihrem Leben. „Meine Eltern hatten nicht viel Geld, aber die Zeitung war wichtig“, sagt sie über die Nachkriegsjahre. In den Fünfzigerjahren, so schreibt sie im Aufruf, kann sie sich noch erinnern, dass die etwas mehr als drei Mark für das Abo monatlich von der Austrägerin eingesammelt wurden.

Die Zeiten haben sich mittlerweile geändert: wenn heute zwei Mark einem Euro entsprächen, hätte sich der Preis für ein monatliches Abo verdreißigfacht. Der Preis spielt für Elisabeth Mohacsi aber nicht die Hauptrolle, sie schreibt: „Aber solange ich mir es leisten kann, bleibe ich dir treu.“ Jeden Tag freut sie sich auf die Print-Ausgabe.

lesen mit der Nachbarin

Die Begeisterung für die Tageszeitung hat sich die Frau, die ursprünglich aus Erlenbach stammt, über die Jahre beibehalten. Startpunkt war das Lesen bei den Eltern, später las Mohacsi dann als Arzthelferin in Heilbronn und von 1971 bis 1993 zusammen mit einer Nachbarin. Seit 1993 lebt sie in Stockheim und hat seitdem ein eigenes Abonnement. Mit dem Lesen verbindet sie die erste Mahlzeit des Tages: „Frühstück und Heilbronner Stimme gehören zusammen“, schreibt sie im Leseraufruf.

Aktuell freut sich Mohacsi am meisten über die Rätselseite, „die ist ein Lichtblick während Corona“, sagt sie. Am wichtigsten für sie ist der Regionalteil, dort erfährt sie, was im Landkreis los ist und welche Veranstaltungen sie (normalerweise) besuchen kann. Neben dem Regionalen schätzt sie auch die zweite Seite mit den Kommentaren sowie Serviceteil und Samstagsbeilage.

Wenn die Rentnerin auf die alten Ausgaben zurückblickt, bemerkt sie nicht nur bei der Sprache, sondern auch beim Layout Veränderungen. „Früher war ja alles schwarz-weiß und es gab kaum Bilder, da hat sich schon viel getan. Aber das ist in Ordnung, es muss sich ja was verändern“, meint sie. Sprachlich stört sie, dass mittlerweile viele Anglizismen Einzug halten, „das ist eine Zeiterscheinung“. Auch wenn sie selbst ein bisschen Englisch kann, wünscht sie manchmal eine verständlichere Sprache.

Inhaltlich stört sie manchmal, dass manche Artikel zu groß aufgezogen sind. In Corona-Zeiten hat sie dafür aber Verständnis, „denn irgendwie muss man ja das Blatt auch füllen“. Als Rentnerin kommt bei Elisabeth Mohacsi keine Langeweile auf. Sieben Enkel, zwei Urenkel und ein großer Garten halten sie auf Trab: „Langweilig wird’s mir also nicht“, sagt die Jubilarin.